Radisuköpfchenbruch am Ellenbogen - was man wissen muss

Ein Service der Ellenbogensprechstunde der Orthopädie des Klinikums Dortmund

Die Radiusköpchenfraktur ( Speichenköpfchenbruch ):


Radiusköpfchenbruch, Radiusköpfchenfraktur, Speichenköpfchenbruch

Radiusköpfchenbruch am linken Ellenbogen bei Zustand nach Sturz auf den ausgestreckten linken Arm.



Wie häufig ist eine Radiusköpfchenfraktur ?
Speichenköpfchenbrüche kommen häufig vor. Sie sind für etwa 5% aller Knochenbrüche des Menschen verantwortlich und bilden ein Drittel aller Knochenbrüche am Ellenbogen. Der betroffenen Patient ist im Mittel 45 Jahre alt und Männer wie Frauen sind in etwa in gleichem Ausmass betroffen. Allerdings sind Männer zum Zeitpunkt des Unfalls etwas älter und die Brüche bei ihnen meist schwerwiegender.

Wie unterscheidet man Radiusköpfchenfrakturen ?
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Brüchen des Speichenköpfchens ( Radiusköpfchen ) und Brüchen des Halses vom Radiusköpfchen. Die Knochenbrüche des Speichenköpfchens kommen circa 7 x häufiger als die Brüche am Hals vor.

Wie entstehen Radiusköpfchenfrakturen ?
Ein typischer Unfallmechanismus für die Entstehung einer Radiusköpfchenfraktur ist der Sturz auf die ausgestreckte Hand bei innengedrehtem Arm.

Wie stellt man eine Radiusköpfchenfraktur fest ?
Meistens wird der Bruch eines Speichenköpfchens auf einem Röntgenbild in der Notaufnahme festgestellt.
Unter Umständen sind solche Brüche aber auch nicht sofort zu erkennen oder durch Beschwerden von anderen Verletzungen überlagert. Dann fertigt man z.B. eine Computertomographie ( CT ) des Ellenbogens an. Die CT kann auch Begleitverletzungen wie z.B. an der dem Radiusköpfchen gegenüberliegenden äusseren Oberarmrolle ( Capitullum ) zeigen oder benachbarte knöcherne Verletzungen am Kronenfortsatz der Elle und andernorts.
Ein anderes Schichtbildverfahren, die Kernspintomographie ( MRT ), kann beispielsweise knöcherne Quetschungen am Speichenköpfchen oder der gegenüberliegenden äusseren Oberarmrolle ( sog. bone bruises ) darstellen oder Begleitverletzungen der Weichteile um das Radiusköpfchen herum. Vor allem kann das MRT des Ellenbogens bei Speichenköpfchenbrüchen, die manchmal begleitenden Bandverletzungen
das Aussenbandapparates gut zeigen.


Wie wird eine Radiusköpfchenfraktur behandelt ?
Gering verschobene Radiusköpfchenbrüche ( Typ Mason I ) werden fast immer ohne Operation behandelt. Dazu kann man das Ellenbogengelenk von einem frischen Bluterguss befreien indem es mit einer Spritze punktiert und der Bluterguss abgezogen wird. Manches Mal wird mit einer Schiene oder ein Gips angelegt.

Brüche, welche etwas verschoben sind ( also über 2 mm = Mason Typ II ) werden offen operiert. Der Knochenbruch am Speichenköpfchen wird gerichtet und eine Spezialplatte und / oder Schrauben angelegt.

Trümmerbrüche, welche aus mehreren - nicht mehr wiederherstellbaren Bruchstücken - bestehen, werden operativ in Form einer Entfernung des Speichenköpfchens ( sog. Radiusköpfchenresektion ) oder mit einer Radiusköpfchenprothese, also einem künstlichen Gelenkersatz, behandelt.

Komplikationen bei Radiusköpfchenfrakturen:
Unerkannte Begleitverletzungen, z.B. des aussenseitgen Bandapparates oder knöcherne Verletzungen der äusseren Oberarmrolle, können den Behandlungsverlauf von Speichenköpfchenbrüchen komplizierter und länger machen.


Gleiche / ähnliche Begriffe für eine Radiusköpfchenfraktur:

Radiusköpfchenbruch, Speichenköpfchenbruch, Speichenköpfchenfraktur