Alles, was Sie zur Ellenbogenarthroskopie wissen müssen

Ein Service der Ellenbogensprechstunde der Orthopädie des Klinikums Dortmund


Die Ellenbogenarthroskopie:



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Was ist eine Arthroskopie des Ellenbogens ?
Bei der Arthroskopie des Ellenbogens handelt es sich um einen operativen Eingriff, und zwar eine Spiegelung des Ellenbogengelenkes. Das bedeutet: Es werden mehrere kleine Schnitte von circa 0,5 bis 1 cm am betroffenen Ellenbogen angelegt. Diese kleinen Schnitte nennt man auch "Portale". Darüber plaziert man eine etwa bleistiftdicke Endoskopiekamera und derart das Innere des Ellenbogensgelenkes auf einem Fernseher betrachten - ähnlich wie bei der Knie- oder Schulterarthroskopie.

Über andere Zugänge zum Ellenbogen können Werkzeuge eingebracht werden, um beispielsweise freie Gelenkkörper zu entfernen, Knorpel zu glätten, Knochen abzutragen oder entzündete Gelenkschleimhaut zu entfernen.


Die Spiegelung des Ellenbogens ist ein wichtiges Werkzeug zur Diagnostik und Therapie von Erkrankungen und Verletzungen am Ellenbogen. Sie ist effektiv und sicher, aber technisch hoch anspruchsvoll.


Video ( 1:56 Min ): So sieht es in einem normalen ( rechten ) Ellenbogengelenk aus.



Wann führt man eine Ellenbogenarthroskopie durch ?
Die Spiegelung eines Ellenbogengelenkes ist z.B. angebracht, wenn:

-
länger als 6 Monate unklare chronische Schmerzen im Ellenbogen bestehen

- ein leichter bis mässiger
Verschleiss im Ellenbogen besteht und eine Gelenktoilette angezeigt ist, um Schmerzen zu beseitigen

- um entzündete Gelenkschleimhaut, z.B. bei
Rheumaerkrankungen des Ellenbogens aus dem Gelenk zu entfernen

- wenn
freie Gelenkkörper im Ellenbogen mittels Röntgen, CT oder Kernspintomogramm nachgewiesen wurden und entfernt werden müssen

- wenn es zwischen Oberarm und Speiche zu Schmerzen wegen einer Einklemmung ( sog.
Impingement ) kommt

- um z.B. endoskopisch einen schmerzhaften
Tennisellenbogen zu operieren

- um bei
Infektionen des Ellenbogens das Gelenk von Eiter zu befreien, zu spülen und Antibiotikaträger sowie eine Drainage einzulegen

- in
Verbindung zu offenen operativen Eingriffen am Ellenbogengelenk

- bei einer
Ellenbogensteife kann die Kapsel arthroskopisch gespalten werden.



Wie wird eine Arthroskopie am Ellenbogen durchgeführt ?
Bei der Arthroskopie des Ellenbogengelenkes handelt es sich um einen ( kleineren ) operativen Eingriff. Er wird in einem Operationssaal durchgeführt. Während der Spiegelung des Ellenbogens liegt der Patient /-in in Seitenlage oder Bauchlage. Die Ellenbogenarthroskopie dauert zwischen 10 Minuten und etwa 1 Stunde. Sie wird in Vollnarkose oder in Leitungsanästhesie, d.h. z.B. unter örtlicher Betäubung des Armes in der Achselhöhle durchgeführt.
Um das Ellenbogengelenk zu spiegeln werden Spezialkameras, wie das oben auf dem Foto sichtbare Endoskop, benötigt. Am Fernseher kann man den Zustand des Ellenbogengelenkes beurteilen - ähnlich Kniearthroskopien.


Welche Risiken birgt eine Ellenbogenarthroskopie ?
Die Arthroskopie des Ellenbogens sollte wegen der engen Lagebeziehung zu den begleitenden Gefässen und Nerven von einem erfahrenen Operateur / Zentrum durchgeführt werden, um Nerven- und Gefässverletzungen zu vermeiden. Daneben können die allgemeinen Operationsrisiken der Thrombose, Embolie, Blutung, Infektion und Wundheilungsstörung auftreten. Im Allgemeinen ist die Arthroskopie des Ellenbogens ein gut verträglicher Eingriff, der meist auch nicht allzu umfangreich ist. Dennoch sind gewisse Restrisiken nicht auszuschliessen.



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