Wissenwertes rund um den Morbus Hegemann des Ellenbogens

Ein Service der Ellenbogensprechstunde der Orthopädie des Klinikums Dortmund



Morbus Hegemann


Was ist ein Morbus Hegemann ?
Es handelt sich um eine Durchblutungsstörung an der inneren Oberarmrolle ( Trochlea humeri ) des Ellenbogens. Die Erkrankung ist nach dem Erstbeschreiber, namens Hegemann, benannt, der den Morbus Hegemann im Jahr 1951 beschrieben hat.


Wie häufig ist der Morbus Hegemann ?
Es ist eine seltene Erkrankung.


Wer ist vom Morbus Hegemann betroffen ?
Meistens ältere Kinder und Jugendliche und Jungen in Regel deutlich häufiger als Mädchen.


Was merkt man bei einem Morbus Hegemann ?
Die betroffenen Kinder und Jugendlichen haben meistens unterschiedlich ausgeprägte Schmerzen im Ellenbogen, welche in Ruhe und oft auch unter Belastung vorhanden sind. Das Ellenbogengelenk kann u. U. schlecht gestreckt oder gebeugt werden und es kann druckempfindlich sein.


Was verursacht den Morbus Hegemann ?
Genau ist das nicht bekannt. Bis heute wird vermutet, dass es zu einem Verschluss der den Knochen an der inneren Oberarmrolle versorgenden Blutgefässe kommt. Infolge dessen stirbt der Knochen in der genannten Region ab. Eine erbliche Anlage, Infektionsprozesse oder Verletzungen am Ellenbogen könnten ebenso eine Rolle spielen.


Wovon muss man den Morbus Hegemann unterscheiden ?
Ist die aussenseitige Oberarmrolle ( Capitulum humeri ) befallen bezeichnet man das als Morbus Panner. Wenn am Speichenköpfchen ( Radiusköpfchen, Capitulum radii ) eine Durchblutungsstörung auftritt, spricht man von einem Morbus Climescu. Ist die Osteonekrose streckseitig, am oberen Ende der Elle existent, handelt es sich um eine Morbus Iselin. Sind die Oberarmrollen ausgedehnter betroffen bezeichnet man es als Morbus Mygind und Peterson.


Wie stellt man eine Morbus Hegemann fest ?
Meistens wird ein Morbus Hegemann am Ellenbogen mittels einer normalen Röntgenaufnahme festgestellt. Sensibler als Röntgenbilder sind kernspintomographische Aufnahmen vom Ellenbogen. Diese Schichtbilder sind in der Lage auch frühe Stadien eines Morbus Hegemann darzustellen, und zwar noch bevor die Veränderungen im Röntgen sichtbar sind.


Wie behandelt man einen Morbus Hegemann ?
Meistens ohne Operation. Oft mittels Beobachtung und Abwarten, ggf. bei zu deutlichen Schmerzen mit entsprechenden Medikamenten und ggf. Physiotherapie und einer Sportpause.


Wie ist die Prognose eines Morbus Hegemann ?
Je ausgedehnter der Befall des Knochens ist und je stärker die aus dem Morbus Hegemann verbleibende Verformung des gelenknahen Ellenbogenknochens ist, desto eher tritt Jahre später ein Verschleiss im Ellenbogengelenk auf - und umgekehrt.


Fachbegriffe für einen Morbus Hegemann:
Osteonekrose, aseptische Knochennekrose