Wichtige Informationen zur Ellenbogensteife - was man wissen muss

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Ein Service der Ellenbogensprechstunde der Orthopädie des Klinikums Dortmund



Die Ellenbogensteife


Was ist eine Ellenbogensteife ?
Unter einer Ellenbogensteife versteht man die Einschränkung der Beweglichkeit eines Ellenbogengelenkes infolge unterschiedlichster Ursachen.


Wie entsteht eine Ellenbogensteife ?
Nach Unfällen kann eine sog. posttraumatische Ellenbogensteife entstehen, und zwar durch Verformung der Ellenbogenknochen oder infolge traumatischer Kapsel- / Sehneneinrisse, aber auch nach ausgedehnten Blutergüssen, welche zu Verklebungen führen.
Verbrennungen können sehr ausgeprägte Vernarbungen und damit einhergehend deutliche Bewegungseinschränkungen, wie z.B. am Ellenbogengelenk hinterlassen.
Neurologische Erkrankungen, wie Zerebralparesen / Spastiken bei Kindern oder Zustände nach Schlaganfällen ziehen Gelenksteifen wie die Ellenbogensteife nach sich. Ein Verschleiss des Ellenbogens hinterlässt infolge Schmerzen, Schonhaltung und damit einergehender Kapselschrumpfung eine Steife im Ellenbogengelenk.



Welche Typen der Ellenbogensteife gibt es ?
Hat die Ellenbogensteife ihre Ursache im Gelenk ( z.B. Narbenstränge im Ellenbogenhauptgelenk ) handelt es sich um eine intraartikuläre Ellenbogensteife. Ist das Gewebe betroffen, welches das Ellenbogengelenk umgibt handelt es sich um eine extraartikuläre Ellenbogensteife.



Was merkt man bei einer Ellenbogensteife ?
Das Gelenk kann unterschiedlich ausgeprägt schlecht bewegt werden. Dabei kann die Beugung und Streckung aber auch die Umwendbewegung im Ellenbogen oder eine Kombination der verschiedenen Bewegungsrichtungen betroffen sein. Manchmal sind Schmerzen vorhanden, ggf. begleitet eine Knacken und Reiben die Ellenbogensteife ( z.B. bei der Arthrose des Ellenbogens ).


Wie stellt man eine Ellenbogensteife fest ?
Eine Ellenbogensteife ist meistens derart beeinträchtigend, dass der Betroffene direkt davon berichtet. Darüberhinaus ist die Ellenbogensteife durch eine ärztliche Untersuchung des Ellenbogens fast immer direkt feststellbar.


Wie ist der natürliche Verlauf einer unbehandelten Ellenbogensteife ?
Unbehandelt verbleibt eine Ellenbogensteife meistens in der vorhandenen Form.


Wie behandelt man eine Ellenbogensteife ohne Operation ?
Man kann versuchen die Ellenbogensteife mittels Krankengymnastik / Physiotherapie anzugehen. Schmerzmittel und Entzündungshemmer sowie eine Kältetherapie können unterstützend eingesetzt werden. Manchmal wird auch eine sog. Narkosemobilisation eingesetzt, was bedeutet, dass man den eingesteiften Ellenbogen in Narkose und ohne Operation durchbewegt / aufdehnt und beweglich macht. Im Gegensatz zur Narkosemobilisation an der Schulter ist das aber am Ellenbogen nicht unproblematisch und kann auch von der Entwicklung von Verkalkungen um das Ellenbogengelenk - und damit einer weiter zunehmenden Bewegungseinschränkung - begleitet sein.


Wann wir eine Ellenbogensteife operiert ?
Wenn sie sich durch nichtoperative Massnahmen kaum bzw. nicht verbessern lässt, die Bewegung des Ellenbogens wesentlich eingeschränkt ist und der Patient darunter leidet. Es kann aber nicht jede Ellenbogensteife operiert werden. Entscheidend für eine Operation ist der Wille des Betroffenen nach einer operativen Arthrolyse ( Beweglichmachen des Ellenbogens ) intensiv mitzuarbeiten.


Wie behandelt man eine Ellenbogensteife mit Operation ?
Das hängt wesentlich von der zugrundeliegenden Ursache der Ellenbogensteife ab. In leichten bis mittleren Fällen ( z.B. bei mässigen Arthrosen des Ellenbogens ) kann man die eingesteifte Kapsel des Ellenbogens arthroskopisch spalten und Verklebungen sowie knöcherne Verschleisssporne und -nasen im Elllenbogengelenk endoskopisch abtragen. Ausgeprägte Fälle einer Ellenbogensteife bedürfen einer offenen Arthrolyse. Dazu werden die Gelenkkapsel des eingesteiften Ellenbogens und die Verklebungen im Gelenk über einen bis drei offene Schnitte beweglich gemacht.
Liegt der Ellenbogensteife ein neurologisches Problem zugrunde, z.B. eine Spastik und damit verkürzte Muskulatur bzw. Sehnen kann es sinnvoll sein eine oder mehrere Sehnenverlängerungen durchzuführen.
Ausgeprägte Vernarbungen um den Ellenbogen nach Verbrennungen können ggf. mit Hautplastiken versorgt werden bzw. manchmal ist es auch gar nicht möglich / sinnvoll bei solchen Ellenbogensteifen operativ tätig zu werden. Letzendlich ist es immer eine Einzelfallentscheidung.
Ist eine ausgedehnte Arthrolyse notwendig kann es ein, dass man auch Nerven, wie den Ulnarisnerven verlagern muss.


Wie wird eine operierte Ellenbogensteife nachbehandelt ?
Die Nachbehandlung ist sehr wichtig ! Eine intensive Mitarbeit des Patienten nach einer operierten Ellenbogensteife ist äusserst wichtig. Es muss eine intensive physiotherapeutische Übungsbehandlung / Bewegungstherapie durchgeführt werden. Der Behandelte muss sein erlerntes Eigenprogramm konsequent durchziehen. Regelmässig wird das Ganze mit sog. Quengelgipsen unterstützt. D.h. es werden Gipse in der maximal erreichbaren Beuge- und Streckposition angefertigt und diese Gipse werden in den ersten Tagen / Wochen in Abständen von einer bzw. wenigen Stunden immer wieder gewechselt.


Welche Risiken hat eine Arthrolyse des Ellenbogens ?
Es bestehen die üblichen und allgemeinen Risiken einer Operation, und zwar der Thrombose, Embolie, Blutung, Infektion, Wundheilungsstörung, Gefäss- und oder Nervenschaden. Erneute Verklebungen und Rückfälle können trotz der Bemühungen aller Beteiligten in Einzelfällen auftreten.


Fachbegriffe für eine Ellenbogensteife:
Versteifung Ellenbogen, Ellenbogengelenksteife